
Wasserstoff & Industrie
Warum die deutsche Industrie auf Wasserstoff angewiesen ist.
Warum die deutsche Industrie auf Wasserstoff angewiesen ist.
MANCHE PROZESSE LASSEN SICH NICHT ELEKTRIFIZIEREN
Aber sie stehen vor einem Problem: Viele ihrer Produktionsprozesse lassen sich nicht mit Strom betreiben. Sie brauchen extrem hohe Temperaturen – bis zu 1.600 Grad Celsius. Sie brauchen chemische Reaktionen, die nur mit bestimmten Molekülen funktionieren. Bisher lieferte Kohle oder Erdgas diese Energie. Aber wenn Deutschland bis 2045 klimaneutral werden will, muss ein Ersatz her. Dieser Ersatz ist grüner Wasserstoff.
Wussten Sie schon?
Deutschland wird bis 2045 etwa 2.200 Terawattstunden grünen Wasserstoff benötigen – das entspricht rund 45 Prozent des heutigen Gesamtenergiebedarfs. Der größte Teil davon geht nicht an Autofahrer, sondern an Stahlwerke, Chemiefabriken und Raffinerien. Wasserstoff ist kein Treibstoff für den Alltag, sondern der Rohstoff für die Industrie.
Die drei Branchen:
Stahl, Chemie, Raffinerien
Wo Wasserstoff unverzichtbar ist.
Drei Branchen sind auf Wasserstoff angewiesen, wenn sie
klimaneutral produzieren wollen: Stahl, Chemie und Raffinerien.

Stahlproduktion
Stahl entsteht, wenn Eisenerz bei über 1.600 Grad Celsius geschmolzen und der Sauerstoff aus dem Erz entfernt wird. Bisher übernimmt das Kokskohle. In Zukunft macht das Wasserstoff – ohne CO₂-Emissionen. Deutschland produziert jährlich etwa 40 Millionen Tonnen Stahl. Ohne grünen Wasserstoff wäre diese Produktion nicht klimaneutral möglich.

Chemieindustrie
Chemieunternehmen brauchen Wasserstoff als Rohstoff – nicht nur als Energiequelle. Aus Wasserstoff entstehen Düngemittel, Kunststoffe, Medikamente und synthetische Kraftstoffe. Die chemische Industrie ist Deutschlands drittgrößter Industriezweig. Ohne Wasserstoff gäbe es keine klimaneutrale Chemie.

Raffinerien
Auch nach 2045 braucht Deutschland synthetische Kraftstoffe – für Flugzeuge, Schiffe und Schwerlastverkehr, die sich nicht elektrifizieren lassen. Diese Kraftstoffe werden aus Wasserstoff hergestellt.
Wussten Sie schon?
Ein einziges großes Stahlwerk benötigt jährlich mehrere Terawattstunden
Wasserstoff. Das entspricht dem Energiebedarf einer mittleren Großstadt.
Allein die deutsche Stahlindustrie wird bis 2045 etwa ein Drittel des
gesamten deutschen Wasserstoffbedarfs verbrauchen.

DEUTSCHLAND ALS INDUSTRIENATION
Ohne Wasserstoff verliert Deutschland seine industrielle Basis. Deutschland ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt – weil wir Industrie haben. Weil wir Maschinen, Autos, Stahl und Chemikalien produzieren. Diese Industrie beschäftigt direkt etwa 8 Millionen Menschen. Sie generiert über ein Fünftel der deutschen Wirtschaftsleistung. Wenn diese Industrie abwandert – nach Asien, in die USA, dorthin, wo Energie günstig ist –, dann verliert Deutschland nicht nur Arbeitsplätze. Dann verliert Deutschland seine wirtschaftliche Stabilität.
Wussten Sie schon?
Die deutsche Industrie verbraucht etwa 45 Prozent des gesamten deutschen Energiebedarfs. Ohne bezahlbare grüne Energie droht die Abwanderung energieintensiver Unternehmen ins Ausland. Das nennt man „Carbon Leakage“ – die Produktion verschwindet, die Emissionen bleiben global gleich, aber die Arbeitsplätze sind weg.
Der ENERGY HUB Wilhelmshaven soll genau das verhindern. Er sichert den Zugang zu grünem Wasserstoff – und damit die Zukunft der deutschen Industrie.
Ansiedlungen
folgen der Energie

Wo grüne Energie ist, entsteht neue Industrie. Wasserstoff zieht Unternehmen an. Wer klimaneutral produzieren will, braucht verlässlichen Zugang zu grüner Energie – in großen Mengen, zu wettbewerbsfähigen Preisen. Der ENERGY HUB schafft genau diese Voraussetzungen. Und deshalb siedeln sich Unternehmen hier an:
TES und Uniper bauen Import-Terminals und Elektrolyse-Anlagen. Harbour Energy entwickelt Offshore-Wind-Elektrolyse. HENSOLDT prüft die Ansiedlung in der Marine- und Verteidigungstechnik.
Weitere Unternehmen aus Chemie, Stahl, Batterieproduktion und Recycling stehen in Verhandlungen.
Wussten Sie schon?
Bis 2035 entstehen durch den ENERGY HUB und die Ansiedlungen über 5.000 neue Arbeitsplätze. Davon sind 2.800 direkte Arbeitsplätze in Produktion, Logistik, Verwaltung und Forschung. Weitere 2.200 indirekte Jobs entstehen bei Zulieferern, im Handwerk, im Einzelhandel und in Dienstleistungen. Das bedeutet: mehr Kaufkraft, mehr Steuereinnahmen, mehr Perspektiven für die Region.
Kreislaufwirtschaft
Nichts geht verloren

Industrien nutzen die Reststoffe anderer Industrien.
Der ENERGY HUB ist mehr als ein Energieprojekt. Er ist der Kern einer intelligenten Kreislaufwirtschaft.

Sauerstoff als Nebenprodukt
Bei der Elektrolyse entsteht nicht nur Wasserstoff, sondern auch reiner Sauerstoff. Dieser Sauerstoff ist wertvoll – Chemiefirmen, Krankenhäuser und Stahlwerke brauchen ihn. Was früher Abfall war, wird zum verkaufbaren Rohstoff.

Abwärme heizt Wohnungen
Elektrolyse-Anlagen und Industrieprozesse erzeugen Wärme. Diese Abwärme fließt in kommunale Fernwärmenetze und heizt Wohnungen – ohne zusätzlichen Energieeinsatz.

CO₂ wird weiterverarbeitet
Industrieprozesse setzen CO₂ frei. Statt es in die Atmosphäre zu entlassen, wird es abgeschieden und mit grünem Wasserstoff zu synthetischen Kraftstoffen oder Chemikalien verarbeitet. So entsteht ein System, in dem nichts verschwendet wird. Kurze Wege. Maximale Effizienz. Neue Wertschöpfung vor Ort.
Wussten Sie schon?
Ein Kilogramm grüner Wasserstoff enthält fast dreimal so viel Energie wie ein Kilogramm Benzin. Das macht Wasserstoff zu einem extrem effizienten Energieträger – perfekt für Industrien, die große Energiemengen benötigen, aber wenig Platz für Lagerhaltung haben.